Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

 

Epidemiologie:

Die kindliche Schlafapnoe (OSA) ist eine schlafbezogene Atemstörung die mit prolongierten partiellen Obstruktionen der oberen Atemwege (obstruktive Hypopnoe, obstruktive Hypoventilation) und/ oder intermittierenden vollständigen Obstruktionen (obstruktive Apnoe) einhergeht und ein gestörtes Schlafmuster zur Folge hat. Ein generelles Problem bei der Diagnostik und Therapie des OSAS im Kindesalter ist, dass für viele Parameter keine einheitlichen Normwerte existieren und dass die Art und Häufigkeit der Erkrankung in den verschieden Altersgruppen variiert. Die Prävalenz der OSA im Kindesalter beträgt 0,7-3% und tritt zumeist im Alter von 4-6 Jahren auf. Jungen und Mädchen sind gleichermaßen betroffen. Die OSA im Kindesalter muss vom (harmlosen) primären Schnarchen abgegrenzt werden, bei dem keine schlafbezogenen Atemstörungen wie Apnoen, Hypopnoen, Weckreaktionen (Arousals) oder abnorme Veränderungen des Gasaustausches auftreten.

 

Schnarchen, das Leitsymptome der OSA, ist jedoch wesentlich häufiger und tritt bei 3-12% der 2-6 jährigen Kinder regelmäßig auf. 38% der Kinder schnarchen
gelegentlich, so dass im Einzelfall zu differenzieren ist, ob das Schnarchen der Kinder
krankheitsrelevant ist.

 

Unter den mehr als 50 Krankheitsbildern und Syndromen, die in Zusammenhang mit OSA beschrieben wurden stehen als Ursachen der kindlichen OSA die adenoiden Vegetationen („Polypen“) und die Tonsillenhypertrophie im Vordergrund. Neben der Hyperplasie des Waldeyerschen Rachenringes können auch die Laryngomalazie oder Dysplasien im Mund- Kieferbereich schwere mechanische Obstruktionen verursachen. Hier seien die Pierre-Robin-Sequenz und das Down-Syndrom, beispielhaft erwähnt. Atemstörungen treten auch bei neuromuskulären Erkrankungen auf.

 

Studien belegen zudem einen möglichen Zusammenhang zwischen OSA und dem plötzlichen Kindstod. Weiterhin scheint eine Korrelation zwischen Schnarchen und
Passivrauchen wahrscheinlich, ein weiterer Risikofaktor ist Übergewicht. Anamnese und klinische Symptomatik sind richtungsweisend in der Diagnostik der OSA. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Symptome des kindlichen OSA unspezifisch und in Abhängigkeit vom Lebensalter auftreten können.