Info für Pulmologen und HNO-Ärzte

 

Epidemiologie:

 



20-30% der Erwachsenen leiden an Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie). Ca. 50% der Männer über 50 Jahre schnarchen. Viele Schnarcher werden wegen nächtlicher Atemaussetzer behandlungsbedürftig, sie schnarchen, schlafen unruhig und werden scheinbar grundlos immer wieder wach. Tagsüber fühlen sie sich weder geistig
noch körperlich richtig erholt, sind - trotz ausreichendem Schlafpensum - häufig übermüdet und leiden unter Konzentrationsschwächen.

 

Den wenigsten Patienten ist bewusst, dass diese Schlafprobleme Folge einer nächtlichen schlafbezogenen Atemstörung sind. Dabei führt eine Verengung der Atemwege zu Apnoephasen mit folgender Hypoxämie und Hyperkapnie. Diese ständige nächtliche Unterversorgung bleibt für den Körper nicht ohne Folgen: sie beeinträchtigt die psychische und physische Leistungsfähigkeit, das Herz-Kreislauf-System und kann schwere Organschäden zur Folge haben. Das bedeutet nicht nur eine Herabsetzung der Lebensqualität, sondern möglicherweise auch eine Verkürzung der Lebenserwartung! 

 

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist die schwerste Form schlafbezogener Atemstörungen. Bei dieser Erkrankung kommt es wiederholt zu Atemstillständen während des Schlafes. Männer sind etwa 5-10mal häufiger betroffen als Frauen. Das Vorkommen ist in der Altersgruppe der 40-60jährigen am höchsten und mit dem Alter
steigend. Der epidemiologisch gut belegte Häufigkeitsgipfel betrifft 50-55jährige Männer mit Adipositas und arterieller Hypertonie. Apoplex und Herzinfarkt oder „(Beinahe)“-Einschlafunfälle in der Vorgeschichte können bereits in Zusammenhang mit einer bis dahin unbekannten oder unbehandelten Schlafapnoe stehen. Viele der Betroffenen weisen lautes und unregelmäßiges Schnarchen auf und klagen über Tagesmüdigkeit (Hypersomnie) und erektile Dysfunktion. Schlechte Schlafhygiene, abendlicher Alkoholgenuss und bestimmte Faktoren der Gesichtsanatomie (mandibuläre Hypoplasie; Retrognathie) gelten als weitere prädisponierende Faktoren. Ab einem Alter von 55 Jahren (in und nach dem Klimakterium) erkranken auch zunehmend Frauen an einer Schlafapnoe.

 

Mit 24% ist das Einschlafen am Steuer die häufigste Ursache tödlicher Autobahnunfälle; soziale Folgen, sowie kardiovaskuläre Komplikationen und Begleiterkrankungen schlafbezogener Atemstörungen belasten Krankenkassen und Patienten durch hohe Behandlungs- und Rehabilitationskosten, sowie durch vorzeitige Invalidisierung der Patienten. Viele dieser Erkrankungen sind heute bei frühzeitiger Diagnosestellung gut therapierbar. Schnarchen und Schlafapnoe lassen sich in den meisten Fällen völlig oder weitgehend beseitigen, so dass gesundheitliche Risiken und soziale Einschränkungen für die Betroffenen vermeidbar sind.

 

Risikofaktoren

Eine erste Verbesserung kann bereits eintreten, wenn Risikofaktoren, wie zu reichliches und fetthaltiges Essen, übermäßigen Alkohol- und Nikotingenuss und unregelmäßige Schlafgewohnheiten reduziert werden. Bei vielen Patienten reicht es aus, wenn sie die Rückenlage mit Hilfe einer Rückenlage-Verhinderungsweste vermeiden. Doch um eine für Ihre Patienten optimale Behandlungsmethode herauszufinden, muss zunächst Art und Ausprägung der schlafbezogenen Atemsstörung ermittelt werden. Durch eine Schwäche der Atemmuskulatur entsteht eine Obstruktion der oberen Atemwege. Wir unterscheiden hierbei das harmlose, gewohnheitsmäßige, primäre Schnarchen von der gefährlichen obstruktiven Schlafapnoe (OSA) und dem Upper- Airway- Resistance- Syndrom (UARS).

 

Polygraphie

Um erste Hinweise zu erhalten welche Störung bei Ihrem/-er Patienten/-in vorliegt,
ist eine Untersuchung des Nachtschlafes zu Hause mittels Polygraphie